
Was die steigenden Zinsen wirklich mit Ihrem Haus in der Oberpfalz machen
Bauzinsen bei 3,7 % — Kaufen, verkaufen oder abwarten? Was das für Häuser in Regensburg, Cham, Schwandorf & dem Bayerischen Wald wirklich bedeutet.
Was die steigenden Zinsen wirklich mit Ihrem Haus in der Oberpfalz machen
Stellen Sie sich vor: Sie haben Ihr Haus 2018 für 320.000 Euro gekauft. Ihr Nachbar hat ein vergleichbares Objekt 2021 für 380.000 Euro verkauft. Heute, 2026, fragen Sie sich: Was bekomme ich noch dafür — und lohnt es sich überhaupt zu verkaufen?
Diese Frage beschäftigt gerade hunderte Eigentümer in Regensburg, Schwandorf und dem Bayerischen Wald. Die Antwort ist komplizierter als ein Blick auf die Portalpreise — aber sie ist greifbar. Sie müssen nur verstehen, was die Zinswende wirklich verändert hat. Und was nicht.
Wie alles begann: Der größte Zinsschock seit Jahrzehnten
2021 war eine andere Welt.
Wer damals eine Immobilie finanzierte, zahlte auf zehnjährige Darlehen Zinsen um 0,67 % — historisches Allzeittief. 400.000 Euro Kredit kosteten monatlich rund 1.000 Euro Zins und Tilgung. Jeder wollte kaufen, niemand wollte verkaufen. Bieterverfahren waren keine Ausnahme, sondern Normalzustand.
Dann kam 2022. Die Inflation explodierte, die EZB reagierte — und die Bauzinsen stiegen schneller als je zuvor in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Innerhalb von anderthalb Jahren von 0,67 % auf über 4 %. Wer für das gleiche Objekt von 2021 heute dieselbe Rate zahlen wollte, brauchte plötzlich 80.000 bis 100.000 Euro mehr Eigenkapital. Der Markt fror ein.
Heute, im Frühjahr 2026, liegen die Zinsen für zehnjährige Darlehen bei rund 3,5 bis 3,9 %. Und die Frage ist nicht mehr: „Wann kommen die Niedrigzinsen zurück?" Die Frage ist: „Wie navigiere ich als Eigentümer durch diesen neuen Normalzustand?"
Die unbequeme Wahrheit über Zinsvorhersagen
Bevor wir tiefer einsteigen, ein wichtiger Hinweis.
Jeder, der Ihnen heute haargenau sagt, wo die Zinsen in zwölf Monaten stehen, lügt oder irrt sich. Anfang März 2026 lagen die Bauzinsen bei 3,28 %. Ende März — nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs — waren es bereits 3,67 %. Vier Wochen, fast ein halber Prozentpunkt. So schnell kann es gehen.
Was die führenden Marktbeobachter mehrheitlich sagen: Wir bewegen uns 2026 seitwärts, mit leichter Aufwärtstendenz. Auf ein Szenario von 1,5 % wie 2021 zu warten, ist nach aktuellem Stand keine Strategie. Das war ein historischer Ausnahmezustand — kein Normalmaß, zu dem die EZB zurückkehrt.
Für Sie als Eigentümer bedeutet das: Entscheidungen auf Basis von Zinsspekulationen zu treffen, ist riskant. Entscheidungen auf Basis Ihrer eigenen Situation zu treffen, ist klug.
Was die Zinswende wirklich verändert hat — und was nicht
Hier ist der Fehler, den viele machen: Sie glauben, die Zinswende habe den Immobilienmarkt kaputt gemacht. Das stimmt nicht.
Was sie verändert hat: den Käufer.
Wer heute ein Haus in Cham, Regensburg oder Schwandorf kauft, rechnet anders als 2021. Er hat ein kleineres Finanzierungsbudget. Er schaut genauer auf die Energieklasse, weil teure Heizkosten bei 3,7 % Zinsen doppelt wehtun. Er hält inne, wenn Unterlagen fehlen. Und er verhandelt — weil er es sich leisten muss.
Was sich nicht verändert hat: der Wunsch nach Eigentum. Bayern verzeichnete 2025 ein Transaktionsvolumen, das 9 % über dem Vorjahr lag. Die bayerischen Sparkassen meldeten fast 25 % mehr Darlehenszusagen als im Jahr zuvor. Der Markt ist nicht tot — er ist erwachsen geworden.
Regensburg: Wenn Qualität über Preis entscheidet
Regensburg ist eine Stadt, die sich ihre Attraktivität nicht abkaufen lässt.
Universität, OTH, Continental, Infineon, BMW — die wirtschaftliche Basis ist stark genug, um auch in einem Zinsumfeld von 3,5 bis 3,9 % kaufkräftige Nachfrage zu erzeugen. Familien wollen hier wohnen. Berufspendler wollen hier bleiben. Und die Mietpreisbremse tut ihr Übriges: Wer in Regensburg zur Miete wohnt und eine Familie hat, rechnet irgendwann durch, ob Kaufen trotz Zinsen nicht günstiger wäre.
Das Problem ist ein anderes. Der Regensburger Markt hat eine Schere entwickelt.
Auf der einen Seite: gepflegte Objekte mit guter Energieklasse, vollständigen Unterlagen und realistischem Preis. Die werden verkauft — manchmal noch immer mit mehreren Interessenten. Auf der anderen Seite: sanierungsbedürftige Häuser aus den 1960ern und 1970ern, angeboten zum Preis von 2021. Die stehen. Manchmal sechs Monate. Manchmal länger.
Was das für Sie als Verkäufer bedeutet: Der Markt bestraft heute Wunschpreise sofort und sichtbar. Ein Objekt, das zu lange auf den Portalen steht, verliert seinen Ruf — Kaufinteressenten fragen sich, was damit nicht stimmt. Wer realistisch einsteigt, verkauft. Wer auf die Boombewertung von 2021 pocht, wartet.
Cham: Der unterschätzte Profiteur
Cham macht gerade etwas, was wenige auf dem Radar haben: Es gewinnt Käufer, die eigentlich Regensburg wollten.
Der Mechanismus ist simpel. Bei 3,7 % Zinsen macht der Kaufpreisunterschied zwischen Regensburg und Cham für viele Familien den entscheidenden Unterschied zwischen „tragbar" und „unmöglich". Wer in Cham kauft, bekommt für weniger Geld ein freistehendes Haus mit Garten — und kommt mit dem Auto in unter 40 Minuten nach Regensburg. Seit Homeoffice zur Normalität geworden ist, ist das für viele Haushalte ein echtes Angebot.
Die Nähe zur Natur, die ruhige Infrastruktur — das war früher ein Nachteil gegenüber der Großstadt. Heute ist es ein Verkaufsargument.
Für Eigentümer in Cham gilt: Diese neue Käufergruppe ist da, aber sie ist anspruchsvoll. Sie kommt nicht aus Verzweiflung nach Cham, sondern aus einer bewussten Lebensentscheidung heraus. Wer diese Käufer erreichen will, muss sein Objekt entsprechend präsentieren — nicht als „günstige Alternative", sondern als eigenständige Qualität.
Bayerischer Wald: Das stille Comeback
Vor zehn Jahren war der bayerische Wald für viele Immobilienkäufer kein Thema. Zu weit weg, zu ländlich, zu wenig Infrastruktur.
Das hat sich gedreht.
Wer heute im Homeoffice arbeitet, braucht keine S-Bahn-Anbindung nach München mehr. Wer in Regensburg oder Passau ins Büro fährt, schaut sich nach Häusern um, die er sich tatsächlich leisten kann — und findet sie im Bayerischen Wald. Mit Garten. Mit Platz. Mit einer Lebensqualität, die kein Stadtquartier kaufen kann.
Das sind nicht wenige. Das ist eine strukturelle Verschiebung.
Aber — und das ist entscheidend — nicht jeder Ort im Bayerischen Wald profitiert davon gleich. Gemeinden mit Breitbandausbau, Grundschule, Supermarkt und akzeptabler Anbindung entwickeln sich. Abgelegene Ortschaften ohne diese Grundversorgung stagnieren. Die Zinswende hat diese Schere nicht erfunden — sie hat sie vergrößert.
Für Eigentümer im Bayerischen Wald: Der Markt ist real. Aber er verlangt eine Vermarktungsstrategie, die die richtige Zielgruppe anspricht — nicht die Dorfnachbarn, sondern die Regensburger Familie, die mehr Platz und weniger Hektik sucht.
Was das alles für Ihre konkrete Entscheidung bedeutet
Ob Regensburg, Schwandorf oder Bayerischer Wald — drei Dinge sind überall gleich:
Erstens: Wer jetzt verkauft, verkauft in einem Käufermarkt. Das bedeutet nicht, dass man kein gutes Geld mehr bekommt. Aber es bedeutet, dass Käufer heute verhandeln, vergleichen und abwarten, wenn der Preis nicht stimmt. Die Zeiten, in denen ein schlechtes Foto und ein überhöhter Preis trotzdem zum Verkauf führten, sind vorbei.
Zweitens: Der Preis Ihrer Immobilie hängt nicht vom Zins ab — er hängt von Ihrer Immobilie ab. Lage, Zustand, Energieklasse, Grundstück, rechtliche Situation. Diese Faktoren bestimmen, was Ihr Objekt heute wert ist. Ein Portalvergleich gibt Ihnen keine verlässliche Antwort. Eine professionelle Marktwertermittlung vor Ort schon.
Drittens: Warten auf bessere Zeiten ist selten eine Strategie. Wer verkaufen will oder muss — wegen Erbschaft, Umzug, Scheidung oder weil das Haus schlicht zu groß geworden ist — hat in der Regel keinen echten Vorteil davon, auf eine Zinssenkung zu hoffen, die vielleicht in zwei Jahren um 0,5 % eintritt. Was zählt, ist: das richtige Objekt, der richtige Preis, die richtige Vorbereitung.
FAQ: Zinsen und Immobilien in der Oberpfalz
Sinken die Immobilienpreise wegen der hohen Zinsen weiter?
In Cham, Regensburg und Schwandorf ist die Korrekturphase für gut gepflegte Objekte in guten Lagen weitgehend abgeschlossen. Was weiter unter Druck bleibt: sanierungsbedürftige Objekte mit schlechter Energieklasse und unrealistischen Preisvorstellungen. Wer sein Haus in Top-Zustand anbietet und realistisch bepreist, findet 2026 einen Käufer.
Soll ich mit dem Verkauf warten, bis die Zinsen sinken?
Das ist in den meisten Fällen kein sinnvoller Plan. Zum einen weiß niemand, wann und wie stark die Zinsen sinken. Zum anderen steigen die Immobilienpreise erfahrungsgemäß mit sinkenden Zinsen — das heißt, der höhere Erlös wird durch den höheren Einstandspreis des nächsten Objekts sofort aufgefressen. Was zählt, ist Ihre persönliche Situation — nicht der Zinskalender.
Welche Häuser verkaufen sich trotz hoher Zinsen gut?
Häuser mit guter Energieklasse (A–C), vollständigen Unterlagen, realistischem Preis und gepflegtem Zustand laufen auch 2026 in Cham, Regensburg und Schwandorf gut. Käufer sind wählerischer — aber nicht abweisend. Sie wollen Klarheit, Transparenz und das Gefühl, eine solide Entscheidung zu treffen.
Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, im Bayerischen Wald zu kaufen?
Für Käufer mit Homeoffice-Option oder flexibler Pendelsituation ist das eine ernsthafte Option. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist im Vergleich zu Regensburg deutlich besser, und die Nachfrage nach naturnahem Wohnen wächst strukturell. Wichtig: Lage, Infrastruktur und Anbindung genau prüfen — denn die Unterschiede zwischen Gemeinden im Bayerischen Wald sind erheblich.
Was kostet mich ein Fehler beim Verkaufspreis heute?
Mehr als früher. Wer sein Haus zu teuer einstellt, sieht in den Portalstatistiken, wie die Klickzahlen nach der ersten Woche einbrechen. Nach drei Monaten Standzeit ist das Objekt verbrannt — und eine Preissenkung löst bei Interessenten Misstrauen aus, nicht Kaufinteresse. Ein realistischer Einstiegspreis, gestützt durch eine professionelle Wertermittlung, ist die sicherste Investition vor dem Verkauf.
Zinsen sind ein Marktfaktor. Keine Naturgewalt, keine Entscheidung. Wer sein Haus in Regensburg, Schwandorf, Cham oder dem Bayerischen Wald kennt, seinen Markt versteht und mit dem richtigen Partner zusammenarbeitet, kann auch im Zinsumfeld 2026 einen guten Verkauf erzielen.
Der erste Schritt ist nicht das Portal-Inserat. Der erste Schritt ist eine ehrliche Einschätzung: Was ist Ihre Immobilie heute wirklich wert — und für wen?
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Alexander Nirschl
Ihr persönlicher Berater und Experte für Immobilien in der Region. Mit Leidenschaft und lokaler Marktkenntnis begleite ich Sie bei Ihrem Immobilienvorhaben.
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